Weimaraner

Der „Ferrari“ unter den Jagdhunden
Es ist gut vorstellbar, dass Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) seine Jagdhunde aufs Strengste bewachen und nur an handverlesene, engste Vertraute weitergeben ließ: Hoch gewachsen, kraftvoll gebaut, das silbergraue Kurzhaar wie ein adliges Wams, fest im Wesen, ausdauernd in der Suche, unerbittlich selbst am Schwarzwild und dennoch leicht zu führen – eine wahrhaft fürstliche Rasse, die da Ende des 18., Anfang des 19. Jahrhunderts am Hof von Weimar gehalten wird und aus jener Zeit, es ist der erste sichere Nachweis überhaupt, auch ihren Namen erhalten hat. Vermutlich aus den damals in der Jagd üblichen Bracken hervorgegangen, existieren verschiedene Theorien über den Ursprung der Weimaraner, die indes erst seit etwa 1890 planmäßig gezüchtet werden, zu Beginn fast ausschließlich in Thüringen. Und weil Deutschland das Ursprungsland dieser ausgezeichneten Vorstehhunde ist, entwickelt der VDH auch den von der FCI veröffentlichten Rassestandard. Obwohl der Weimaraner vor allem seines edlen Aussehens wegen in den vergangenen Jahren zunehmend auch als Modehund in den Fokus des Interesses gerückt ist, kann seine Haltung als reiner Begleit- oder Familienhund nicht empfohlen werden.

Ein passionierter Jäger
Der Weimaraner ist ein erstklassiger Jagdgebrauchshund mit entsprechenden Eigenschaften, auf die auch bei der Zucht großer Wert gelegt wird. Seine herausragenden Merkmale sind die Vielseitigkeit und Freude bei der Jagd, er ist dabei leichtführig und wesensfest. Die systematische und ausdauernde Suche zeichnen ihn aus, ohne dabei übermäßig temperamentvoll vorzugehen. Seine Nase ist von bemerkenswerter Güte. Weimaraner sind grundsätzlich wild- und raubzeugscharf, sie gehen souverän auch ans Schwarzwild. Im Vorstehen werden sie als sehr zuverlässig gelobt, sie scheuen keine Wasserarbeit und lieben die Arbeit nach dem Schuss. Wachsam, aber nicht aggressiv, stellen diese intelligenten, menschenbezogenen Tiere hohe Anforderungen an eine konsequente Gehorsamsausbildung und sind in der Lage, Führungsschwächen sofort zu erkennen und auch auszunutzen. Rohe Methoden verträgt der Weimaraner dabei allerdings nicht, für Zwingerhaltung ist er gänzlich ungeeignet. Ihn zieht es hinaus. Nur genügen lange Spaziergänge und ein großes Grundstück längst nicht. Der Weimaraner will auf hohem Niveau trainiert und beschäftigt werden. Denn wird er nicht genügend ausgelastet, ist Problemverhalten vorprogrammiert. Somit darf diese fantastische Rasse nicht unterschätzt werden. Weimaraner sind sicherlich nicht die einfachsten Hunde – doch wer sich auf sie einlässt, wird mit einem ausgezeichneten Jagdgefährten belohnt.

Der Steckbrief:
· 
mittelgroßer bis großer Jagdgebrauchshund
· zweckmäßiger Arbeitstyp
· formschön, sehnig, mit kräftiger Muskulatur
· Kopf harmonisch zur Körpergröße, beim Rüden etwas breiter
· langer und kräftiger Fang, im Profil kantig wirkend
· Widerristhöhe bis ca. 70 cm (Rüde)
· Gewicht bis ca. 40 kg (Rüde)
· Kurzhaar: bevorzugt; dicht, glatt anliegend, ohne oder wenig Unterwolle
· Langhaar: weich, lang, glatt oder leicht wellig, mit oder ohne Unterwolle
· Fellfarbe: silber-, reh- oder mausgrau sowie Übergänge zwischen diesen Tönen
· vielseitig, wesensfest und leichtführig
· systematische und ausdauernde Suche, nicht übermäßig temperamentvoll
· Nase von bemerkenswerter Güte
· zuverlässig im Vorstehen und in der Wasserarbeit
· auffällige Neigung zur Arbeit nach dem Schuss
· wild- und raubzeugscharf, auch mannscharf, jedoch nicht aggressiv
· wachsam und menschenbezogen
· nicht geeignet als reiner Begleit- oder Familienhund
· FCI-Gruppe 7 (kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“)